Firmenlogo der Gerberei Vill Home Aktuelles Wir über uns Leistungen Unser Arbeitsablauf Informationen So finden Sie uns Kontakt / Impressum Sitemap


Gerberei Vill - Qualität aus 200 Jahren Erfahrung

Wasserwerkstatt

Eine kurze Definition der Wasserwerkstatt:

Der Werdegang des Leders beginnt nicht mit der Gerbung, sondern in der sogenannten Wasserwerkstatt. Leder (in unserem Fall mit Haar) ist gegerbte tierische Haut, dadurch könnte der Laie entnehmen, dass sich die Lederbildung ausschließlich im Gerbprozess vollzieht. Die Arbeiten in der Wasserwerkstatt beeinflussen maßgeblich das Endprodukt der gegerbten Felle und Häute. Die unterschiedliche Geschmeidigkeit der Hautfaser hängt ganz wesentlich von einer zielgerichteten Arbeitsweise ab. Bei den Fellen und Häuten muss das Unterhautbindegewebe, das Fett und die löslichen Eiweißbestandteile entfernt werden. Weiterhin muss die Haut von hautfremden Bestandteilen, im wesentlichen Schmutz und Konservierungsmittel, befreit werden. Wichtig ist vor allem die Vorbereitung zur Gerbstoffaufnahme.


Der erste Arbeitsschritt in unserer Wasserwerkstatt ist die Weiche.
Ihr fallen folgende Aufgaben zu:
-Die Entfernung von Schmutz, Blutresten; Mist, Konservierungsmitteln und löslichem Eiweiß.
-Die Wiederherstellung des ursprünglichen Wassergehaltes und Quellungszustandes der Haut, wie er etwa am lebenden Tier bzw. in der "grünen" Haut vor der Konservierung vorgelegen hat.
Alle Arbeitsgänge verlaufen in wässrigen Lösungen und setzen eine gut durchnässte Haut voraus.

Der zweite Arbeitsschritt ist das Entfleischen.
Wir entfleischen nicht maschinell, sondern mit der Hand. Die Arbeitsgeräte für das Handentfleischen sind der Gerberbaum (oder Gerberbock) und das Schermesser, auch Scherdegen genannt. Der Gerberbaum dient als Arbeitstisch, der schräg aufgestellt ist, um die Verteilung der Falten zu erleichtern. Er ist gewölbt, so dass jede Hautstelle individuell bearbeitet werden kann. Jede Tierart vom Wiesel bis zum Großvieh oder auch Exoten haben andere Hauteigenschaften, die zu berücksichtigen sind. Bei einer Keilerschwarte z.B. wird das Schutzschild (Panzer) aufwendig von Hand runtergeschnitten.

Beim dritten und letztem Arbeitsgang der Wasserwerkstatt wird die entfleischte Haut aufgequollen (Pickel), um die folgende Gerbstoffaufnahme zu gewährleisen.

Letzte Änderung: 18.9.2010, 07:05 pm durch Patrick Vill
Kontakt: Gerberei Vill